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Tsakpo Rinpoche – Es geht nur um dich

Alles, was wir wollen ist bereits in uns. Der Frieden, das Glück, die Erfüllung, nach der wir uns alle so sehnen – sie ist schon hier. Unser Problem ist, dass wir das Glück stets im Außen suchen. In anderen Menschen, in anderen Dingen, in der Zukunft und in der Vergangenheit. Überall – nur nicht bei uns.

Ein Artikel von Shirani Wirges

Wir denken: Wenn ich erst diesen einen Menschen treffe, oder diesen tollen Job bekomme oder jenes Paar Schuhe kaufe, dann, ja dann werde ich glücklich. Doch was passiert, wenn wir diesen einen Menschen treffen? Wenn wir den neuen Job bekommen oder endlich das x-te Paar Schuhe besitzen? Für eine Weile mögen wir vielleicht glücklich sein. Doch früher oder später, wenn die erste Verliebtheit verflogen und der Alltag eingekehrt ist, meldet sich wieder die Stimme in unserem Kopf, die flüstert: „Hoffentlich bleibt das so.“

„Wir alle suchen unser Glück immer im Außen. Dabei haben wir das Wichtigste Werkzeug zu unserem Glück immer bei uns: Uns selbst“. Tsakpo sagt, dass alles, was wir wollen, bereits in uns ist. Wir müssen nur lernen, wieder mit uns selbst, mit unserem Selbst, in Kontakt zu treten. Bei Tsakpo klingt es so, als ob nicht eine, sondern zwei Personen in unserem Körper wohnen. Das ist zwar zunächst etwas verwirrend, macht nach einem kurzen Nachdenken aber durchaus Sinn.

Wie oft leben wir einfach nur so dahin, völlig unbewusst in unserem Körper; uns weder unserer Kraft noch unseres wahren Wesens bewusst? Und wie oft lassen wir uns in Schubladen stecken oder machen uns abhängig von den Urteilen anderer? Freuen uns, wenn jemand unsere neue Frisur oder den schicken Schal lobt, und sind traurig, wenn uns niemand wahrnimmt. Dabei wohnt die einzige Person, der wir wirklich gefallen müssen in unserer Brust. Diese Person aber, die in uns wohnt, nehmen wir viel zu selten wahr.

An manchen Tagen, nach einer intensiven Yogapraxis etwa mögen wir uns vielleicht mehr spüren als an anderen Tagen. Die meiste Zeit aber leben wir in der Hülle unseres Körpers und sind uns unseres Selbst überhaupt nicht bewusst. Lassen uns von der Stimme in unserem Kopf leiten, ohne zu wissen wer oder was wir wirklich sind. Sind körperlich vielleicht anwesend, geistig aber ganz woanders. „Um wirklich glücklich zu sein, fange an mit der Begegnung mit dir selbst. Klopfe bei dir selbst an die Tür, nimm dich selbst an die Hand und lade dich ein, mitzukommen, wohin auch immer du gehst.“

„Es geht nur um dich“

Um das zu üben, stellt Tsakpo uns eine einfache Übung vor:

„Stelle dich morgens im Badezimmer vor den Spiegel und schau dir in die Augen. Betrachte deine Augen eine Weile, und dann sage zu dir selbst: ‚Ich liebe dich.‘ Oder ‚Ich bin glücklich mit dir‘. Oder ‚Ich danke dir‘. Wiederhole das einige Male und übe dies mehrere Tage hintereinander, ohne auszusetzen. Und schon nach wenigen Tagen wirst du eine Veränderung spüren und diese Begegnung mit dir selbst nicht mehr missen wollen.“

Diese Übung erfordert anfangs sicher eine gewisse Offenheit, nicht nur bei sich selbst, sondern auch beim Partner oder Mitbewohner. Doch wenn man Tsakpo glaubt, ist die Begegnung mit uns selbst der wichtigste Schritt in Richtung Glück. Viel wichtiger als stundenlanges Meditieren.  Und alles, was wir tun müssen, ist es anzufangen. Am besten noch heute. Denn je schneller wir anfangen, desto schneller wird die Übung zur Gewohnheit, zum Alltag und zu einem Teil von uns.

Es ist wie beim Yoga und den Asanas: Positionen, die man anfangs überhaupt nicht beherrscht, werden nach einer Weile regelmäßiger Praxis ganz leicht. Und umgekehrt ist es egal, wie viele Jahre man schon Yoga praktiziert: „Sobald du mal für eine Woche oder sogar für einen ganzen Monat aussetzt, wirst du in deiner Praxis zurückgeworfen und musst eventuell sogar wieder von vorne anfangen. So ist es auch mit der Meditation und der Begegnung mit dir selbst: Es geht nicht ohne regelmäßiges Üben.“

„Nimm dich an, wie du bist und liebe dich. Denn ohne dich ist nichts. Und mit dir ist alles.“

Es scheint also eigentlich ganz einfach, glücklich zu sein. Der Schlüssel sind wir selber. „Wenn du Veränderung willst, wenn du glücklich sein willst, musst du als erstes bei dir selbst anfangen. Und wenn du dich das nächste Mal fragst: ‚Wer bin ich, und was mache ich hier?‘, dann antworte dir selbst: ‚Ich bin ein Mensch, und ich lebe unter Menschen. Aber vor allem lebe ich mit mir. Und das ist Erleuchtung: Mit dir zusammen ein glücklicher Mensch zu sein.“

Wenn ihr Tsakpo Rinpoche noch nicht kennenlernen konnte: Am Sonntag von 16:00 bis 17:30 Uhr hält er einen Vortrag zum Thema „Eintauchen in die Erinnerungen – Eine praktische Einführung“.

 

Zusammengestellt von unserer Bloggerin Shirani Wirges. Hier geht es zu ihrem Blog Kleiner Elefant.
Photocredit: Hanna Witte

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