Marcell Laudhan – „Practice and all is coming“

von Stefan Steinshorn

Marcell Laudhan ist Yogalehrer aus Bremen, er unterrichtet dort Ashtanga Yoga in seiner Yogaschule. Dieses Jahr ist er zum ersten Mal bei der Yoga Conference Germany. Nachdem er Erfahrungen in unterschiedlichen Stilrichtungen gesammelt hat, fand Marcel vor etwa 12 Jahren seine Heimat im Ashtanga Yoga.

Sein Workshop beginnt mit einem Vortrag über die Entstehung von Ashtanga Yoga, sowie einen Überblick über die Ashtanga marga. Im Anschluss unterrichtet er die Standserie und einen Teil der 1. Serie in modifizierter Form.

Patthabi Jois (1915-2009) startete in den 30er Jahren in Mysore Yoga zu unterrichten. In seiner ursprünglichen Form unterrichtete er Yoga, dass individuell den Bedürfnissen des Schülers entsprach.

Ashtanga Yoga, wie es heute bei uns bekannt ist, entstand erst in den 70er Jahren. Nachdem immer mehr westliche Yogis nach Mysore kamen und es z.T. auch aufgrund sprachlicher Barrieren schwierig war, die Westler zu unterrichten. Danach sind erst die Serien entstanden. Marcell unterrichtet Ashtanga Yoga in Anlehnung an die ursprüngliche, individuelle Form. Er sagt aber, dass jeder, der die Serie praktizieren kann, sie auch praktizieren soll, da sie sehr sinnvoll aufgebaut ist.

Ashtanga Yoga ist die Mutter aller dynamischen Yogaformen. Vinyasa bedeutet die Synchronisation von Bewegung und Atmung. Yoga orientiert sich vom Äußeren zum Inneren; vom Groben zum Feinstofflichen. Daher ist eine eigene Praxis abseits von geführten Klassen für Marcell besonders wichtig. In den Mysore-Klassen hat der Schüler die Möglichkeit nach seinen Bedürfnissen und Tempo zu praktizieren.

Immer die gleiche Serie? Warum sollte man Ashtanga Yoga praktizieren?

„Das ist gut, denn das einzige was sich verändert bist DU! Die Praxis ist die Praxis“

Ashtanga Yoga ist gleich Patanjali Yoga:

1) YAMAS

2) NIYAMAS

3) ASANA

4) PRANAYAMA

5) PRATYAHARA

6) DHARANA

7) DHYANA

8) SAMADHI

Yamas und Niyamas lehren uns den Umgang mit uns selbst und unserem Gegenüber. Asanas helfen uns den Körper ins Gleichgewicht zu bringen („Sthira sukham asanam“). Der Körper benötigt Techniken um zur Ruhe zu kommen („Chitta vritti nirodhah“).

Pranayama harmonisiert den Energiekörper. Der Atem ist das einzige „Organ“ das sowohl unbewusst arbeitet, als auch bewusst gesteuert werden kann. Die Verbindung zwischen Asana und Pranayama ist Vinyasa.

Pratyahara bedeutet „die Sinne nach Innen ziehen“. Und das ist nur mit einer eigenen Praxis möglich. Die Verbindung zwischen Pranayama und Pratyahara sind die Bandhas. Dhararana, die Konzentration ist nur bis zu einem gewissen Punkt willkürlich praktikabel. Es dient der Vorbereutung des Zustands der Mediation (Dhyana), welcher nicht willentlich beeinflussbar ist. Samadhi ist die Erkenntnis über dein wahres Ich.

Fotocredit: Hanna Witte

 

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