Yoga Conference Germany

Lakshmi Love mit Nicole Bongartz

von Steffi Grube

Conferences an sich, schon von ihrer Funktion her, sind ja ziemlich volle Angelegenheiten. Ziele sind eigentlich genau das: Viele neue LehrerInnen und Klassen kennenlernen, vielleicht neue Yogastile, neue Menschen, die neben einem üben, neue Musik. Was immer. Viele Sachen können das sein, die einen bewegen zu einer Yogaconference zu fahren. Aber egal, was die Motivation nun ist: Es werden bunte, laute, volle Tage.

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Nicole Bongartz arbeitet genau mit dieser Conference-Fülle in ihrer Stunde: Lakshmi Love. Lakshmi, die Göttin der Fülle. Wenn man die Fülle von der Fülle entfernt – bleibt die Fülle, sagt Nicole. Das ist ein Gedanke, der vielleicht nicht so schnell in den Kopf gehen will. Denn, was wir doch ganz gerne mal tun, ist zu betonen, was wir vermissen. Was eben fehlt, was nicht da ist.

Schon alleine in der Verfassung und in der Möglichkeit zu sein, Yoga auf der Conference zu üben, ist keine Selbstverständlichkeit. Wer körperlich so fit ist – egal, wie weit die Finger in der Vorbeuge von der Erde entfernt sein mögen -, dass er oder sie in Conference-Klassen gehen kann, ist schon in der Fülle. Und manchmal ist es genau das, was eine Vinyasa Yogaklasse ausmacht: Reinzugehen in die eigene Fülle. In den eigenen Körper, die eigene Kraft, sich verlieren in den schönen, weichen und kraftvollen Bewegungen. Sich für einen Moment in der Fülle verlieren können.

Sharon Gannon zitiert gerne einen ihrer Lehrer: „Yoga ist der Zustand, in dem nichts fehlt.“ Diese Definition von Fülle erklärt vielleicht, warum man von der Fülle nehmen und nehmen kann und immer noch Fülle bleibt: Denn gleichzeitig ist die Fülle eine Grundlage jedes Lebens, die, solange man lebt, niemand oder nichts nehmen kann. Egal wie viel sonst noch „fehlt“.

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Aber zurück zur Conference: In eine treibende, fließende Klasse zu gehen, kann auch helfen, die eigenen (Conference-)Widerstände zu überwinden: Eben weil das Programm so voll ist, möchte man dann doch nicht gerne direkt alles raushauen – und spart sich seine Kräfte vielleicht etwas auf für andere Klassen. Aber wenn man mitgerissen wird, auf der Matte wie im Leben, dann hält man nichts zurück. Ich vergleiche das gerne mit dem Zustand, wenn man verliebt ist: Wenn man morgens aus dem Bett springt, ohne nachzudenken, ohne Wecker, so loslegt, als wäre die eigene Energie unendlich.

Rein da, ins Leben, in die Conference. Vielleicht auch einfach in eine andere Sicht der Dinge. Heißt ja nicht, dass alles perfekt ist. Aber es ist schon viel da.