Interview mit Young-Ho Kim

Wir freuen uns, dass Young-Ho Kim bei unserer nächsten Conference wieder dabei ist! Unsere Bloggerin Karla Stanek hat ihn interviewt.

Ihr legt bei Inside einen starken Fokus auf Ausrichtung – wie passt das mit dem Inside Flow zusammen? Es gibt ja zum Beispiel auch keinen Iyengar-Flow.

In der Yoga-Szene gibt es drei Parteien: Alignment, Vinyasa, Spiritualität. In meiner Brust schlagen zwei Herzen – ich liebe es, mich richtig auszurichten, aber ebenso, mich frei zu bewegen. Ich bin der Meinung, nur Ausrichtung ist gesund, aber langweilig, nur Vinyasa ist cool, aber ungesund. Alignment bildet die Basis, um sich dynamisch im Flow zu bewegen. Inside Flow oder Vinyasa ist fortgeschritten – auf unserem Kursplan ist Inside Flow als Level 2 markiert.

Eure Personal Trainings und Ausbildungen beinhalten viele therapeutische Elemente. Wo hast du dir dein yogatherapeutisches Wissen angeeignet?

Das meiste habe ich mir über Anusara und von meinem Kampfsportmeister angeeignet. Er ist Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin, so dass ich bei ihm Meridianlehre und Chiropraktik gelernt habe. Sehr viel zog ich aus „Anatomy Trains“ von Thomas Myers sowie von Osteopathen und Physiotherapeuten – sprich, mein Wissen ist von überall zusammengesammelt, ich bin nicht beschränkt auf Yoga. 

Du sagst, dass du Yogalehrer als anerkannten Beruf in Deutschland etablieren möchtest. Wie soll das aussehen?

Dahingehend gibt es zwei Wege – die Anerkennung durch den Staat, was eine sehr politische Angelegenheit ist, und die Wahrnehmung in der Gesellschaft, sprich, wie werden wir von den Leuten angesehen. Letzteres ist das, worum es mir geht – dass man uns nicht mit irgendwelchen verfärbten Gläsern ansieht und für Freaks hält. Selbst wenn Yogalehrer kein staatlich anerkannter Beruf ist, sollte unserer Expertise ein gewisser Respekt entgegengebracht werden. Im Sinne von „die wissen, wovon sie sprechen und wenn ich das nächste Mal einen Ratschlag brauche, gehe ich zu einem Yogalehrer“. 

Wie willst du dieses Bewusstsein schaffen?

Indem ich immer wieder in Trainings mit den Lehrern darüber spreche, wie man als Yogalehrer professionell nach außen wirkt.

Zu deiner Plattform „TINT“, die ausgeschrieben bedeutet „There Is No Try“ – was unterscheidet diese von anderen Seiten, die Yogavideos kostenpflichtig anbieten?

Bei uns gibt es keine Mitgliedschaften, stattdessen suchst du dir ein Programm aus, von dem du glaubst, du kannst für dich etwas ziehen. Das heißt, du kaufst das Produkt einmal und es gehört dir. 

Wir zielen dabei nicht auf die breite Masse, die für sich im Wohnzimmer Yoga machen möchte. Bei TINT sind die Inhalte detailliert, so dass man sich als Yogalehrer fortbilden kann. Unsere Produkte haben eher einen Workshop-Charakter und sind recht teuer – wir haben wenige, aber dafür sehr ausgewählte Lehrer, die meiner Meinung nach viel zu sagen haben. 

Hier findet ihr mehr über Young-Ho und sein Programm auf unserer kommenden Conference.

Ticket sichern